"Du bist keine Schönheit, vor Arbeit ganz grau! Liebst dich ohne Schminke; bist ne ehrliche Haut; leider total verbaut, aber gerade das macht dich aus!", sang Herbert Grönemeyer 1984. Dies war auch die Ausgangslage, als wir 1995 den Wettbewerb für einen unterirdischen Stadtbahnknoten am Rathausplatz nebst Oberflächen-gestaltung gewannen.
Zur Eröffnung im Januar 2006 ist aus der Synthese von Materialität und Funktion etwas Eigenständiges entstanden: ein ungewöhnlicher, unverwechselbarer Raum, geprägt von der Wirkung von Licht und Glas.
13 prismatische Körper aus planmäßig vorzerstörten Gläsern (pre-crashed-sandwich aus 3 Schicht-VSG) durchdringen den Straßenraum und transportieren Tageslicht in die 14 m tiefer liegende Stadtbahnstation.
Der Wechsel von Sonnenlicht, Wolken, Nacht wird spürbar, ein Dialog mit der Oberfläche entsteht. Gleichzeitig markieren die Prismen die Lage der Station im Stadtraum.
Darüber hinaus bestehen die Stationslängswände in Höhe der wartenden Fahrgäste aus geschichtetem Glas, welches hinterleuchtet ist. Sie entmaterialisieren den tragenden Betonkörper. Die geschichteten Glasplatten aus unterschiedlichsten Gläsern sind teilweise rückseitig zertrümmert und transportieren das kristalline Bild an die Vorderseite.
Die Glaswand dient auch der schalltechnischen Absorbierung, insbesondere tiefer Frequenzen durch Schlitze zwischen den Glaspaketen und den dahinter liegenden Hohlräumen.
Beide Elemente (Glaskörper und hinterleuchtete Wand aus geschichteten Glasplatten) erzeugen einen unverwechselbaren, qualitätvollen unterirdischen Verkehrsraum.
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