
Darüber hinaus durchdringen 13 prismatische Glaskörper Decke und Straßenraum und erlauben so die Einbringung von Tageslicht in die U-Bahn-Station. Gleichzeitig ist die Lage der Station durch die prismatischen Glaskörper an der Oberfläche im Stadtraum visuell erlebbar.
Die Wirksamkeit der Tageslichtöffnungen wurde vorab 1995 im Lichtlabor Bartenbach, Innsbruck und im Heliostaten der Fa. ERCO in Lüdenscheid nachgewiesen.
Die Glaskörper sind im Straßenraum aus vorzerstörtem Glas (pre-crashed), welches ein kristallines Erscheinungsbild und natürliche Lichtstreuung erlaubt. Darüber hinaus wirken sie Vandalismus hemmend, da bereits visuell zerstört.
1998 hatten wir Prototypen aus zerstörten Gläsern in der Fußgängerzone als Lüftungsbauwerke über einer Tiefgarage errichtet, um die Wirkung zu testen. Der Aufbau der 3-Schichten-Gläser war symmetrisch und die mittlere Scheibe planmäßig zerstört. In vergleichbarer Technologie wurden die 13 Prismen über der Station errichtet.
Das subjektive Empfinden, der visuelle Bezug zum Tageslicht, die Veränderung durch Tageszeit, Sonnenstand, Bewölkung ist neben der Großzügigkeit des stützenfreien Raumes spürbar und von Bedeutung für das Wohlbefinden.
Zwei weitere Körper durchdringen den Stationsraum. Ein verglaster Schrägaufzug von Fahr- zu Straßenebene und die verglaste Brücke der Linie 306, welche den Luftraum quert.
Die Fahrebene (ca. 14 m unter Straßenniveau) ist geprägt durch die Stationslängswände von ca. 110 m Länge. Die roh belassenen Sichtbetonwände zeigen den Herstellungsvorgang der Deckelbauweise mit der zuerst gegossenen Faltwerkdecke und den später betonierten Tunnelwänden. Um den Beton nahtlos anzuschließen, wurden in die oberen Schalungsabschnitte Betonierfenster eingelassen. Die kreisrunden Stahleinfüllstutzen sind als konstruktives Gestaltmerkmal sichtbar verblieben, ebenso wie die Ankerkonen der Rückverankerung.
In Höhe der wartenden Fahrgäste besteht die Längswand aus geschichtetem Glas, welches hinterleuchtet ist. Die Glasscheiben aus Floatglas, Weißglas und parsolgrünem Glas sind teilweise an der Rückseite zertrümmert. Das Bruchbild wird durch das Glas hindurch an der Vorderseite erlebbar. Die Glaswand dient auch der schalltechnischen Absorbierung, insbesondere tiefer Frequenzen durch Schlitze zwischen den Glaspaketen und den dahinter liegenden Hohlräumen. Zusammen mit dem Schotterbett werden die Nachhallzeiten des großvolumigen Raumes reduziert. Ziel war kein schalltoter Raum, sondern eine Nachhallzeit deutlich unterhalb der eines Kirchenraumes.
Die Qualitätsmerkmale der Station setzen sich auch an der Oberfläche fort. |