RegioTram Haltestelle

Hauptbahnhof Kassel
Steckbrief
  • Ort
    Hauptbahnhof Kassel
  • Plaungs- & Bauzeit
    08/2003 - 01/2007
  • Bauherr
    KVV, KVC Bau- und Verkehrs-Consulting Kassel GmbH
  • Planer
    OSD, Frankfurt; Reitz und Pristl Ingenieurges. mbH, Kassel; Steinigeweg Beratende Ingenieure, Darmstadt; Rexroth Ingenieure, Rödermark
  • Größe
    1.890 m² BGF
  • Funktionen
    Umsteigepunkt
  • Kategorien
    umsteigen
Beschreibung

Die Entwurfsidee basiert auf der Integration einer einzigen räumlichen Figur, welche einerseits die Hinzufügung der Regiotram sinnfällig verdeutlicht, andererseits die bestehenden Bogendächer typologisch aufgreift und der Heterogenität der vorhandenen Überdachungen und Glasbauten formalen Halt verleiht.

Der Tragwerksentwurf besteht aus einem leistungsfähigen und visuell reizvollen Konstruktionsprinzip, welches mit geringem Aufwand in der Lage ist, die 3 Regionalbahnsteige stützenfrei zu überwölben. So entsteht eine eindeutige Zuordnung mit großen Freiheiten in der inneren Ausbildung.
Die gewählte Korbbogenform erlaubt darüber hinaus den Erhalt der übergreifenden Bahnhofsbespannungsanlage und den Einsatz gewöhnlicher Hochketten im Stationsbereich. Seitlich wird der Blick auf den Ostflügel des Hauptbahnhofes (Ausstellungsbereiche u.a.) freigegeben.

Das Tragwerk setzt sich zusammen aus einem rautenförmigen BSH - Lamellentragwerk, lastverteilenden Längsträgern und einer Unterstützungskonstruktion aus Stahl, welche bewusst in ihrer biegesteifen Leistungsfähigkeit ausformuliert und in ihrer Lastabtragung in den Stahlbetontrog eingebunden ist.

Der statische Entwurf basiert auf einer kontinuierlich gestützten kurzen Tonnenschale und einem leistungsfähigen Konstruktionsprinzip („Zollingertragwerk“), bei dem die Stäbe rautenförmig angeordnet sind und jeweils eine Stablänge über zwei Felder verläuft. Die moderne Brettschichtholz-Technologie erlaubt eine weitere Vereinfachung durch unsichtbar geführte Knotenbleche, welche kreuzförmige Knoten und einen hohen Vorfertigungsgrad erlauben. Die Konstruktion ist sehr wirtschaftlich und mit geringen Querschnitten von 14 x 38 cm für die gestellte Aufgabe realisierbar. Die vorgeschlagene Konstruktion aus Holz ist in Analogie zu den vorhandenen Bahnsteig-Dächern gewählt.

Nutzerentscheidend ist der visuelle Überblick über die Verkehrsstation mit einer direkten Zuführung von Bahnhofshalle und Querbahnsteig. Dies wird erreicht durch eine Umgruppierung von Treppe und Aufzug, wodurch von jeder Stelle Überblick und Orientierung gewährleistet wird und die Anlage insgesamt näher an den Querbahnsteig heranrückt. Die Anordnung der Ausstattung auf den Bahnsteigen unterliegt keinen konstruktiven Zwängen und ist so gewählt, dass beginnend mit einer Infoachse nebst Zugzielanzeiger sich Ausstattungselemente in der vorgegebenen Zuganordnung wiederholen. Im Bereich der Türgruppen sind die Bahnsteige frei von jeglicher Ausstattung.

Der Stahlbetontrog erhielt eine Bekleidung aus großformatigen Tafeln, welche in den Tunnelmund hineingezogen und durch integrierte Lichtstreifen aufgehellt werden.
Die Station selbst besitzt ausreichendes, seitliches Tageslicht und transluzente Überdeckungen im Bereich Querbahnsteig. Beginnend mit der Dämmerung wird das eigentliche Dachtragwerk mit Lichtquellen aufgehellt, welche in die Stützen integriert und von den seitlichen Umwehrungen aus gewartet werden können. Zusätzlich werden die Aufzugsumhausungen und die Treppenläufe ausgeleuchtet.